Klasse Kulisse,tolle Tore….

Klasse Kulisse, tolle Tore, verrückter Verlauf: Crocodiles beißen nach 0:3 zurück und feiern Sieg gegen Vilshofen

Nach zehn Minuten eingewechselt und dann viel Arbeit zu verrichten hatte Waldkirchens Goalie Tobias Lienig, der in dieser Szene beim Stand von 1:3 die Scheibe am Tor vorbeilenkt. −Foto: Michael Duschl

 

Dramatischer geht fast nicht: Eishockey-Landesligist ESV Waldkirchen hat am Wochenende fünf von sechs möglichen Punkten geholt – mit einem 7:5-Sieg in Selb am Freitag und einem 5:4-Erfolg nach Verlängerung im Derby gegen die Vilshofener Wölfe.

450 Zuschauer wurden am Sonntagabend Zeugen eines Spektakels in der Karoli-Eishalle. Zunächst waren die Gäste Herr im Haus, sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen. Die mehr als 100 mitgereisten Vilshofener Fans begeisterten mit einer schönen Fan-Choreografie und feuerten ihr Team danach 60 Minuten lang lautstark an. Dadurch angetrieben sorgten die Wölfe schnell für vermeintlich klare Verhältnisse. 19 Sekunden waren gespielt, als Jakob Sattler den Puck zum ersten Mal im Waldkirchner Tor zappeln ließ. Danach waren die Crocodiles mehr oder weniger völlig von der Rolle und der ESC Vilshofen nutzte dies bis zur zehnten Minute zur 3:0-Führung. Die Anhänger aus Waldkirchen verstummten in diesen Minuten. Ihre Mannschaft brauchte lange, um sich von diesen Rückschlägen zu erholen. Erst zu Beginn des zweiten Drittels wurden die Angriffe zielstrebiger zu Ende gespielt. Tim Hirtreiter befeuerte die Hoffnungen auf eine Wende mit einem präzisen und harten Schuss zum 1:3(25.Minute)

 
 

Dieser Treffer warf die Vilshofener keineswegs aus der Bahn, sie hatten durchaus ihre Chancen für ein viertes Tor. Erst in den letzten 20 Minuten gerieten die Gäste zunehmend unter Druck, weil die Waldkirchner nun viel riskierten und das Tempo erhöhten. Daraus resultierten mehrere Strafminuten für die Gäste und fast zwangsläufig fielen weitere Waldkirchner Tore: Petr Zich zum 2:3, Ivo Kotaska zum 3:3 und Benjamin Barz zum 4:3 für Waldkirchen. Das Spiel war gedreht und die Karoli-Krokodile nah dran an drei Punkten – doch in Unterzahl gelang Jaroslav Koma zwölf Sekunden vor der Schlusssirene das nicht mehr für möglich gehaltene 4:4 – Verlängerung! Jubel und Enttäuschung auf den Rängen, Anspannung und Nervosität auf dem Eis. Knapp zwei Minuten dauerte es, bis Jakub Marek für Waldkirchen den Siegtreffer markierte.

Auf und neben dem Eis blieb es trotz dramatischem Verlauf und hitzigem verbalen Hin und Her auf der Tribüne 60 Minuten lang relativ ruhig, erst nach dem Spiel gerieten Fans aus Vilshofen mit der Polizei aneinander und es kam zu unschönen Szenen, wie Augenzeugen der Heimatzeitung berichteten.

Durch den Derbysieg haben die Waldkirchner in der Tabelle Boden gutgemacht und liegen als Sechstplatzierter nun drei Punkte vor Vilshofen. Platz 5 der zur Teilnahme an der Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten berechtigt ist also in Reichweite.

ESV Waldkirchen – ESC Vilshofen 5:4 n.V. (0:3, 1:0, 4:2; 1:0) / Tore: 0:1 Jakob Sattler (0:13); 0:2 Vladimir Gomov (8:20); 0:3 Maximilian Artmann (10:02); 1:3 Tim Hirtreiter (25:47); 2:3 Petr Zich (44:58); 3:3 Ivo Kotaska (50:10); 4:3 Benjamin Barz (50:46); 4:4 Jaroslav Koma (59:48); 5:4 Jakub Marek (61:45). Strafminuten: 2:12; Zuschauer: 450. − (quelle:Heimatsport.de)