Crocodiles siegen in Haßfurt

Clevere „Crocodiles“ siegen in Haßfurt: Da tobt der gegnerische Trainer kurzzeitig

 Doppeltorschütze: Vladimir Skoda (links) traf in Haßfurt zwei Mal, Benjamin Barz trug sich ebenfalls in die Torschützenliste ein.

Der ESV Waldkirchen sorgt in der Eishockey-Landesliga Gruppe 1 für Aufsehen: Der Mannschaft von Trainer Thomas Kremhelmer ist am Sonntag die Revanche beim Tabellenführer ESC Haßfurt gelungen. Mit 8:4 (1:2, 2:1, 5:1) gewannen die „Crocodiles“, drehten vor 342 Zuschauern den Spieß nach der 4:9-Hinspielpleite um. Die Gastgeber gingen erstmals nicht als Sieger vom Eis, mussten ehrlich zugeben: „Die bessere und effektivere Mannschaft hat gewonnen, Waldkirchen war ein sehr starker Gegner“, kommentierte Hawks-Coach Martin Reichert.

Sichtlich entspannt sprach „Crocodiles“-Trainer Kremhelmer hinterher über den zweiten Sieg seiner Truppe: „Defensiv haben wir phasenweise sehr gut gespielt, eine super Mannschaftsleistung und ein höchst verdienter Sieg.“ Ein Sonderlob bekam Goalie Maximilian Meschik, der „einen überragenden Tag“ erwischte, wie Kremhelmer berichtet. Der 29-jährige Torwart war zur Stelle, wenn die bislang beste Angriffsreihe der Liga doch mal die Waldkirchner Defensive ausspielte.

Doch zunächst lagen die Gäste, die dreieinhalb Stunden Anfahrt hinter sich hatten, nach dem ersten Drittel noch zurück, weil Jakub Sramek (15., 20.) den Waldkirchner Führungstreffer durch Jakub Marek (13.) drehte. Doch Sicherheit gab dieser knappe Vorsprung den Hawks nicht. Die Gastgeber zeigten viele Stockfehler und ungewohnte Fehlpässe. „Wir waren insgesamt sehr unsicher, ich weiß nicht, wo das herkommt“, haderte der Haßfurter Trainer, der den Gegner ausdrücklich lobte: „Waldkirchen hat das gut genutzt“, sagte der 54-Jährige, der auch die Schiedsrichter der Partie kritisierte und sich deshalb eine Meldung an den Bayerischen Eishockeyverband einhandelte. Zu Beginn der zweiten Drittelpause war Reichert in die Kabine der Referees gestürmt und schimpfte heftig. Erst nach mehrfacher Aufforderung durch die Schiedsrichter verließ der erboste Hawks-Trainer die Kabine wieder. Hinterher klang er deutlich versöhnlicher, suchte die Gründe für die Heim-Niederlage bei seinem Team: „Wir sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen.“

"Eine super Mannschaftsleistung", lobte ESV-Trainer Kremhelmer. −Fotos: Fischer/stock4press

„Eine super Mannschaftsleistung“, lobte ESV-Trainer Kremhelmer. −Fotos: Fischer/stock4press

Hatten die Hawks nach 20 Minuten noch geführt (2:1), stand es nach 40 Minuten 3:3 unentschieden. Dabei übersahen die Referees nach Meinung der Haßfurter im zweiten Drittel das ein oder andere Foul beziehungsweise Unsportlichkeiten wie einen Stockschlag. Den Grundstein für den Auswärtssieg legten die Waldkirchner dann zu Beginn des Schlussabschnitts. Binnen 64 Sekunden trafen Benjamin Barz und David Vokaty zum 5:3 für den ESV. Daraufhin mussten die Hawks aufmachen und die Gäste konterten clever – 3:6 Dominik Barz, 3:7 Doppeltorschütze Vladimir Skoda. Die Partie war entschieden.

Wichtig war laut Kremhelmer, dass durch den Einsatz von Manuel Fastenmeier vier gelernte Verteidiger zur Verfügung standen und die Waldkirchner somit mit drei kompletten Sturmreihen Druck auf die gegnerische Defensive ausüben konnten. Dazu freute sich der ESV-Trainer: „Wir haben sehr diszipliniert gespielt und wenig Strafzeiten genommen, die Jungs haben genau das gemacht, was ich vorgegeben habe“, erklärte der 39-Jährige.

ESC Haßfurt – ESV Waldkirchen 4:8 (2:1, 1:2, 1:5) / Tore: 0:1 Marek Jakub (13.); 1:1, 2:1 Jakub Sramek (14., 20.); 2:2 Roman Schreyer (21.); 3:2 Sramek (30.); 3:3 Skoda (34.); 3:4 Benjamin Barz (41.); 3:5 David Vokaty (42.); 3:6 Dominik Barz (54.); 3:7 Skoda (55.); 4:7 Michal Babkovic (55.); 4:8 Robert Vavroch (60.); Strafzeiten: 16:14; 334 Zuschauer.

Mit Fanbus zum Spiel nach Freising

Kommenden Freitag geht es für die „Crocodiles“ zum nächsten Spitzenteam, wenn der ESV ab 20.15 Uhr beim Tabellenzweiten SE Freising (drei Siege, eine Niederlage) antritt. Für dieses Auswärtsspiel wird auch ein Fanbus eingesetzt. Am Sonntag (17.30 Uhr) steht dann das erste von vier aufeinanderfolgenden Heimspielen in der Karoli-Eishalle auf dem Programm. Dann ist VER Selb 1b in Waldkirchen zu Gast. Die weiteren Heimspiele: EV Moosburg 1b (Freitag, 2. November, 19.30 Uhr), SE Freising (Sonntag, 4. November, 17.30 Uhr) und ERSC Amberg (Samstag, 10. November, 17 Uhr). − mid/rsc