Ärger mit den Amberger „Ultra Fans“

Spieler bespuckt, Fans attackiert: Amberger Ultras sorgen beim Eishockey-Spiel in Waldkirchen für Ärger

von Michael Duschl

 

 

Begleitet von Ordnern und Polizei mussten gewaltbereite Fans des ERSC Amberg das Stadion am Karoli in Waldkirchen vorzeitig verlassen. −Foto: Daniel Fischer/stock4press

Es war ein eigentlich richtig schöner Eishockey-Abend am Samstag in der Karoli-Eishalle in Waldkirchen: spannend, hochklassig, torreich. Doch im letzten Drittel kippte die Stimmung, Anhänger der Gäste vom ERSC Amberg stürmten Richtung Waldkirchner Fanblock, es kam zu Handgreiflichkeiten. Bis zu 70 Menschen der rund 250 Zuschauer beider Lager standen sich gegenüber.

Polizei, Ordner und Vereinsverantwortliche konnten gerade noch rechtzeitig schlichten. Die gewaltbereiten Amberger mussten das Stadion verlassen und sahen den 4:3-Sieg ihrer Mannschaft nicht mehr bis zur Schlusssirene. Die gute Nachricht: „Keine Anzeigen und soweit wir wissen, wurde niemand verletzt und nichts beschädigt“, berichtet ein beteiligter Polizist auf Anfrage. Er und ein Kollege, die vor Ort waren, hatten weitere Polizeikräfte angefordert, als zunächst ein von lautstarken Anfeuerungen begleitetes Eishockey-Spiel in den letzten Minuten von unschönen Szenen überschattet wurde. Irgendwann hatte sich die Stimmung so aufgeschaukelt, dass Fans aus Amberg Richtung Waldkirchner Anhänger stürmten. Laut Polizei flogen Bierbecher, gab es verbale Auseinandersetzung und die ein oder andere Rangelei, von einer Schlägerei spricht die Polizei allerdings nicht. Nach einer rund 20-minütigen Spielunterbrechung konnte die Partie regulär zu Ende gespielt werden.

 

Im Getümmel befand sich Ambergs Vereinsvorstand Mustafa Sugle (48), der sich am Tag danach im PNP-Gespräch öffentlich entschuldigt: „Was da vorgefallen ist, geht nicht und wird vereinsintern Konsequenzen haben“, betont Sugle, der selbst tatkräftig an der Schlichtung beteiligt war: „Ich hab aber schnell gemerkt, da komm ich unter die Räder und bin dann zur Seite gegangen“, schildert Sugle. Er will die Tumulte gar nicht schönreden, sieht die Ursache aber auch auf Waldkirchner Seite: „Die Problematik war, dass unsere Fans zum Bier-Verkauf an den Waldkirchnern vorbei mussten und da war es wohl zu unschönen Szenen gekommen: Mir wurde gesagt, dass da jemand von uns auf die Schnauze bekommen hat, erzählt Mustafa Sugle, der seit sechs Jahren Vorstand des ERSC Amberg ist und sich seit geraumer Zeit auch mit gewaltbereiten Fans auseinandersetzen muss.

ESV Waldkirchen – ERSC Amberg 3:4 (1:1, 1:2, 1:1) / Tore: 0:1 Felix Köbele (4.); 1:1 Benjamin Barz (12.); 2:1 Robert Vavroch (22.); 2:2 Felix Söllner (29.); 2:3 Peter Hendrikson (38.); 2:4 Köbele (47.); 3:4 Johannes Holzfurtner (52.); Strafminuten: 20: 10; 242 Zuschauer

Solche „Fans“ die von Eishockey keine Ahnung haben und nicht beim Spiel zusehen, haben in Eissporthallen nicht verloren.